Schlick, Priele und starke Duelle beim Red Bull Wattlauf

Am 20. September 2026 machten Florian Neuschwander, David Schönherr und Lukas Müller den zweiten Red Bull Wattlauf zu einem sportlichen Highlight an der Nordseeküste. Gemeinsam mit insgesamt 1.500 Läufer:innen stellten sie sich der außergewöhnlichen Herausforderung im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Der kräftige Westwind der vergangenen Tage hatte viel Wasser in die Südwestseite der Bucht gedrückt und machte eine Anpassung des Streckenverlaufs notwendig. Statt bis nach Neuwerk führte die Strecke über Schlick, Sandbänke, Priele und knöcheltiefes Wasser zur eigens errichteten Wendepunktmarke Neu-Neuwerk mit Miniatur-Leuchtturm. Auf der Langstrecke über 20,3 Kilometer triumphierte Eric Ole Völkening in 1:24:49 Stunden, bei den Frauen gewann Deike Keilers-Burkhardt in 1:37:53 Stunden. Die Premiere der neuen Kurzstrecke über 8,3 Kilometer entschieden Florian Neuschwander und Marie Heymann für sich.
„Die größte Herausforderung war heute ganz klar der Wind. Gegen die Böen anzulaufen, hieß einfach: Kopf aus und durch. Dass ich unter diesen Bedingungen am Ende den Wattlauf gewinnen konnte, ist für mich eine unglaubliche Erfahrung und etwas ganz Besonderes“, freut sich Sieger Eric Ole Völkening.
„Nach so einem windigen Lauf als Erste ins Ziel zu kommen, ist ein mega Gefühl. Im Watt fühlt man sich ein bisschen wie ein kleines Kind, das durch den Matsch läuft – genau das macht so viel Spaß. Auf den letzten Metern habe ich nochmal Vollgas gegeben, und dann zu hören, dass ich die erste Frau bin, war einfach richtig cool“, so Deike Keilers-Burkhardt.
Am Strand von Cuxhaven-Duhnen versammelten sich die Läufer:innen und stimmten sich trotz der wechselhaften Wetterbedingungen voller Vorfreude auf das bevorstehende Laufabenteuer ein. Mit jeder Runde rückte die auflaufende Flut näher und machte die Strecke durch Schlick, Priele und Wasser zunehmend anspruchsvoller.
Im Rhythmus der Nordsee
Der Red Bull Wattlauf war auch in seiner zweiten Ausgabe weit mehr als ein Rennen – er war ein Wettlauf gegen die Natur. Unter erschwerten Bedingungen bestimmte der größte Tidenhub Deutschlands den Takt des Laufs. Statt Asphalt warteten Schlick, Sandbänke, Priele und die Flut. Orientierung, Renneinteilung und mentale Stärke wurden genauso wichtig wie Ausdauer und Tempo. Mit jedem Schritt veränderten sich die Bedingungen – und mit ihnen die Herausforderung. Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten sorgten für zusätzliche Dynamik und machten den Lauf durch das Watt zur echten Belastungsprobe.
„Verantwortlich für die außergewöhnlichen Bedingungen war Tiefdruckgebiet Bea, das kräftigen Wind und Schauer an die Nordseeküste brachte. Gerade gegen den Wind mussten die Läuferinnen und Läufer mit deutlich spürbarem Widerstand kämpfen, während der Rückweg mit Rückenwind ganz andere Voraussetzungen bot. Rückblickend kann man durchaus vom ersten Herbststurm der Saison sprechen – und der hat dem Red Bull Wattlauf in diesem Jahr seinen ganz eigenen Charakter gegeben“, sagt Hendrik Flügel, Meteorologe bei WetterOnline.
Auch für Florian Neuschwander war es ein ganz besonderes Erlebnis: „Der Hinweg mit dem starken Gegenwind war brutal und hat richtig Kraft gekostet. Auf dem Rückweg wurde es etwas leichter, aber insgesamt war es trotzdem super anstrengend – und genau das macht den Reiz aus. Die Stimmung war richtig gut und man sieht einfach, wie viel Bock die Leute auf Laufen, Adventure Running und dieses Unbekannte haben“, sagt Florian Neuschwander nach dem Lauf.“
Sport im Einklang mit der Natur
Mit dem Lauf durch das UNESCO-Weltnaturerbe wurde erneut Spitzensport mit konsequentem Naturschutz verbunden. Die Laufstrecke durfte nicht verlassen werden, die Verpflegung erfolgte ausschließlich an ausgewiesenen Stationen und das Veranstaltungskonzept setzte auf strikte Müllvermeidung sowie den respektvollen Umgang mit der sensiblen Naturkulisse.
Auch abseits der Strecke war die Begeisterung groß. Bereits am Vortag hatten sich zahlreiche Teilnehmer:innen beim Panel-Talk mit Florian Neuschwander und David Schönherr sowie einem gemeinsamen Shake-out-Run auf das Eventwochenende eingestimmt. Am Renntag verwandelten circa 2.000 Zuschauer:innen den Strand von Cuxhaven-Duhnen in eine stimmungsvolle Kulisse und begleiteten die Läufer:innen vom Start bis ins Ziel.
Mit seiner zweiten Ausgabe hat sich der Red Bull Wattlauf weiter als eines der außergewöhnlichsten Laufevents Deutschlands etabliert. Ein Rennen, bei dem Schlick, Priele und Gezeiten Jahr für Jahr für neue Geschichten sorgen – und bei dem die Natur bis zum letzten Meter mitläuft.
Alle Informationen zum Red Bull Wattlauf 2026 unter www.redbull.com/wattlauf.
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