Cuxhaven. Am Freitagabend haben sich auf dem Kaemmererplatz mehrere hundert Menschen zu einer stillen Mahnwache versammelt, um ein deutliches Zeichen gegen Tierquälerei zu setzen. Auslöser war der Fall der Hündin Jette, die in Thüringen auf grausame Weise zu Tode gequält wurde und bundesweit Entsetzen ausgelöst hat.
Obwohl niemand in Cuxhaven Jette persönlich kannte, war die Anteilnahme groß. Viele kamen, weil sie den Fall als Sinnbild für ein strukturelles Problem sehen: mangelnden Schutz für Tiere und zu milde Strafen für Tierquälerei. Der Platz war erfüllt von Kerzen, Blumen und handgeschriebenen Botschaften, die Trauer, Wut und Mitgefühl ausdrückten.
Organisiert wurde die Mahnwache von Radio Cuxhaven und dem Tierheim Cuxhaven. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Patrick Petersen, der die Veranstaltung eröffnete und die Bedeutung eines öffentlichen Gedenkens betonte. Anschließend sprach Birgit Block vom Tierheim Cuxhaven über die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber Tieren und die Notwendigkeit klarer gesetzlicher Regelungen. Vertreterinnen des Tierschutzvereins Canisglück Cuxhaven unterstrichen ebenfalls die Forderung nach härteren Strafen und konsequenten Kontrollen.
Die Stimmung war ruhig, respektvoll und von tiefer Betroffenheit geprägt. Viele standen eng beieinander, hielten Kerzen oder legten Blumen nieder. Zum Abschluss der Mahnwache wurde eine Minute der Stille gehalten – ein eindrucksvoller Moment, der die gemeinsame Empörung und den Wunsch nach Veränderung sichtbar machte. Auch nach dem offiziellen Ende blieben viele Menschen noch stehen, sprachen miteinander oder zündeten weitere Kerzen an.
Die Mahnwache hat gezeigt, wie groß die Anteilnahme in Cuxhaven ist und wie stark die Gemeinschaft zusammensteht, wenn es darum geht, Tiere zu schützen und Missstände öffentlich zu machen.